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Die Geschichten der Flüchtlinge

Eine neue Ausstellung in der Bibliothek der Uni Siegen berichtet mit Fotos und Texten über die Schicksale von Flüchtlingen.

Flüchtlinge der Bundesinitiative „Jugendliche ohne Grenzen“ haben in der Zentralbibliothek der Universität Siegen die Wanderausstellung „Flüchtlinge in Deutschland als Akteure“ präsentiert. Auf weißen Roll-Ups schildern Flüchtlinge ihre Einzelschicksale – und erzählen so ihre Geschichten. Wie die einer jungen Frau mit Kopftuch, der in ihrer Heimat die Zwangsehe drohte. Wie die eines farbigen Jungen, der seinen Ausbildungsschein in der Hand hält. Es sind Fotos, die bewegen. Hinzu kommen Schaubilder, die die Flüchtlingsströme und die Gesetzeslage erklären. Außerdem werden Forschungsprojekte und Initiativen zur Förderung von Flüchtlingen und Toleranz präsentiert.

Eröffneten die Ausstellung (von links): Andreas Kewes (Uni Siegen), Cleophas Ruberwa (Kongo), Orash Soroj-Zoda (Kasachstan), Morteza Vakili (Afghanistan) und Nelli Foumba Soumaoro (Guinea).  Foto: Universität Siegen
Eröffneten die Ausstellung (von links): Andreas Kewes (Uni Siegen), Cleophas Ruberwa (Kongo), Orash Soroj-Zoda (Kasachstan), Morteza Vakili (Afghanistan) und Nelli Foumba Soumaoro (Guinea).
Foto: Universität Siegen

Nelli Foumba Soumaoro eröffnete die Ausstellung am 28. Mai 2015. Der 24-Jährige wohnt zurzeit in Hamm und hat die Wanderausstellung mit ins Leben gerufen. „Im Alltag eines Flüchtlings gibt es viele Barrieren, besonders im Bereich Schule und Studium. Dadurch kam die Idee: Warum nicht davon erzählen? Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft! Und wir möchten das Geschehen in der Bundesrepublik mitgestalten!“, erklärte Nelli. Auf die Frage, seit wann er in Deutschland lebe, reagiert der gebürtige Guineer sehr emotional: „Seit 2006 bin ich in Deutschland. Aber mir drohte immer wieder die Abschiebung. Ich wurde nur geduldet. Richtig in diesem Land lebe ich bewusst erst seit zwei bis drei Jahren.“ Weitere Flüchtlinge der bundesweiten Initiative „Jugendliche ohne Grenzen“ unterstützten Nelli bei der Ausstellung.

Die Initiative besteht in Nordrhein-Westfalen aus über 300 Flüchtlingen. Der Kontakt zur Universität Siegen entstand durch Andreas Kewes, der im Sommersemester 2015 im Masterstudiengang „Soziale Arbeit“ das Seminar „Kein Mensch ist illegal! Flüchtlingspolitische Bewegungen“ anbietet.

Bis zum 9. Juni ist die Ausstellung noch in der Zentralbibliothek am Adolf-Reichwein-Campus zu sehen. Danach ist eine Verlegung der Wanderausstellung in die Siegener Innenstadt geplant.

Quelle: Universität Siegen

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