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RWTH unterstützt medizinische Notfallversorgung in Bangladesch

Unbemannte Flugsysteme im Einsatz

Naturkatastrophen wie Überschwemmungen betreffen weltweit Millionen Menschen und fordern unzählige Todesopfer. Zahl und Schwere der Überschwemmungen werden aufgrund der Erderwärmung weiter zunehmen. Die medizinische Versorgung der Menschen ist – insbesondere in abgelegenen Gebieten – durch die beeinträchtigte Infrastruktur oft nicht möglich. Zudem konzentrieren sich in solchen Situationen Menschen und Tiere häufig auf engstem Raum, unter anderem kommt es daher in Bangladesch vermehrt zu Schlangenbissen. Dies führt in Folge zu jährlich etwa 6000 Toten. Die RWTH forscht im Projekt „FlutNetz“ an einer nachhaltigen Lösung zur Unterstützung der Rettungskräfte.

So soll ein unbemanntes Flugsystem, kurz UAS für Unmanned Aerial System, die medizinische Notversorgung während der Flutsaison sicherstellen, indem es zum Beispiel Schlangengegengift zu den Opfern bringt. Mit dem Projekt will das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ den deutschen Beitrag zur weltweiten Verbesserung des Katastrophenrisikomanagements stärken. Der Fachbereich Tropenmedizin und Public Health der Goethe-Universität Frankfurt leitet die Arbeiten, an denen auch das Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt sowie Ministerien und Einrichtungen in Bangladesch beteiligt sind. 

Bundesministerium für Digitales und Verkehr ermöglicht Austausch zwischen RWTH und Botschaft

Im Rahmen der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin, die kürzlich stattfand, organisierte das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) ein Treffen zwischen Vertretern der Botschaft der Volksrepublik von Bangladesch und der RWTH Aachen.

Tanvir Kabir, Counsellor der Botschaft: „Derzeit erleben die Menschen im Nordosten des Landes unerwartete schwere Überschwemmungen. Es ist wichtig, innovative Lösungen zu entwickeln. Wir freuen uns auf eine verstärkte deutsch-bangladeschische Partnerschaft, die sich in den Bereichen Katastrophenmanagement und -technologien gegenseitig ergänzt.“ 

Vor allem die Wetterbedingungen sind eine Herausforderung. „Der sichere Einsatz von Flugsystemen während der Überschwemmungen erfordert ein hohes Maß an Robustheit in Bezug auf Wind und Regen. Dies ist wichtig, um ad hoc eine medizinische Versorgung zu jeder Tages- und Nachtzeit zu gewährleisten“, so Professor Dieter Moormann, Leiter des Instituts für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen. Isabelle Barz, RWTH-Projektleiterin, ergänzt: „Das von uns ausgewählte Kippflügelflugzeug Neo ist ideal, es kann Opfer auch über große Distanzen sehr schnell erreichen. Durch das Kippen des Flügels nach oben kann es über den Opfern schweben und die Nutzlast mit Notfallmedikamenten an beliebiger Stelle absetzen. Der gesamte Betrieb erfolgt vollautomatisch und die Routenführung ist auf Sicherheit und Effizienz optimiert.

Im Projekt soll die Umsetzung der Notfallversorgung in Bangladesch vor Ort demonstriert und ein Grundstein für einen zukünftigen Regeleinsatz beispielsweise bei Überflutungen untersucht werden. Der Medikamententransport mit Hilfe eines Flugsystems ist hierbei ein entscheidender Faktor, um die medizinische Versorgung im Katastrophenfall zu gewährleisten.

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr begrüßt die Entwicklungen im Rahmen des FlutNetz-Projektes und plant, gemeinsam mit der Luftfahrtbehörde Bangladeschs einen Erfahrungsaustausch durchzuführen. Thema soll die sichere Regulierung des Betriebs von Drohnen innerhalb des Projekts sein.

Quelle: Institut für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen

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