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Wie wird man Student? Bewerbung, Fristen und Voraussetzungen

Die Abiturprüfungen rücken näher, das Lieblingsstudienfach ist ausgewählt und ein paar Unis hat man auch schon ins Auge gefasst. Doch wie geht es jetzt weiter? Wo muss man sich einschreiben? Welche Fristen und Voraussetzungen gibt es? PRO-KARRIERE klärt auf und gibt Tipps zum optimalen Start ins Studentenleben.

Student sein ist nicht schwer, Student werden aber sehr – könnte man meinen, wenn man das erste Mal von „Orts-NC“, „TOEFL-Test“ oder dem „Dialogorientierten Serviceverfahren“ liest. Doch eigentlich ist alles ganz einfach – wenn man ein paar Tipps befolgt und vor allem Fristen einhält.

© CandyBox Images - Fotolia.com
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Zum Studieren benötigt man natürlich vor allem eines: Das Abiturzeugnis. Es ist in Deutschland zwar möglich, auch ohne Abitur ein Hochschulstudium zu beginnen, dies ist aber eher die Ausnahme als der Regelfall. Je nach Wunschstudienfach ist das Abitur zum Einschreiben oder Bewerben jedoch nicht ausreichend.

Fristen für Aufnahmeprüfungen beachten

Möchte man ein künstlerisches Fach wie Gesang oder Design beziehungsweise Sport oder auch Architektur studieren, muss man zunächst eine Aufnahmeprüfung bestehen oder eine Präsentationsmappe mit eigenen Werken einreichen, um die Eignung für das Studienfach nachzuweisen. Da Termine für diese Prüfungen oft Monate vor dem eigentlichen Semesterbeginn liegen, sollte man sich rechtzeitig über die entsprechenden Anforderungen „seiner“ Uni informieren.

Einige Studiengänge erfordern auch besondere Sprachkenntnisse, weil die entsprechende Sprache entscheidender Inhalt des Studiums ist oder gar alle Vorlesungen in einer bestimmten Sprache – meist Englisch – gehalten werden. Bei Fächern wie Archäologie oder Geschichte sind an einigen Unis auch Lateinkenntnisse vorzuweisen. Oft reicht für den Nachweis die Bescheinigung über die erforderlichen Jahre Sprachunterricht in der Schule aus. Manchmal wird aber auch der sogenannte TOEFL-Test (Test of English as a Foreign Language) verlangt. Auf www.toefl.org findet man alle Testtermine und -orte.

Auch vor dem Studium absolvierte Praktika sind manchmal Voraussetzung, um ein bestimmtes Fach belegen zu können. Dieses muss in der persönlichen Zeitplanung berücksichtigt werden, wenn der Studiengang im Wintersemester begonnen werden soll. Auf den Internetseiten der in Frage kommenden Universitäten erfährt man zuverlässig alle Anforderungen an die Bewerber eines Studienganges. Für offene Fragen ist darüberhinaus die Studienberatung der Hochschule ein guter Ansprechpartner.

Neben diesen praktischen Voraussetzungen, gibt es auch formelle Dinge für die Bewerbung an einer deutschen Hochschule. So muss bei der Einschreibung eine Versicherungsbescheinigung vorliegen, die über den aktuellen Versicherungsstatus Auskunft gibt. Hier wird unterschieden, ob der Bewerber gesetzlich versichert, von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit oder nicht versicherungspflichtig ist. Die Bescheinigung wird ausschließlich von einer gesetzlichen Krankenkasse ausgestellt – auch für Privatversicherte. Ein zweiter wichtiger Punkt sind beglaubigte Kopien aller erforderlichen Zeugnisse. Diese Beglaubigungen dürfen nicht von einer beliebigen Institution ausgestellt werden, sondern beispielsweise vom Rathaus oder der eigenen Schule.

Keine Garantie für Studienplatz

Doch auch wenn alle erforderlichen Dokumente zusammengetragen worden sind: Eine Garantie auf einen Studienplatz gibt es nicht. Denn Plätze im Hörsaal sind begehrt und es gibt sie nicht unbegrenzt. Wo Angebot und Nachfrage besonders auseinanderklaffen, gibt es verschiedene Aufnahmebeschränkungen. Meist wird ein Numerus clausus (NC) eingeführt. Das bedeutet, dass man eine bestimmte Abiturnote haben muss, um für den Studiengang zugelassen zu werden. Je mehr Abiturienten mit sehr guten Abinoten sich für den Studiengang bewerben, desto höher wird auch der NC.

Diese Beschränkungen haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass sich viele Bewerber an verschiedenen Hochschulen für mehrere Studiengänge beworben haben. Die Folge dieser Mehrfachbewerbungen waren eine Bewerberflut an den Hochschulen, langwierige Nachrückverfahren und freie Studienplätze zu Semesterbeginn, da Bewerber keine Rückmeldung über nicht genutzte Zulassungen geben mussten.

Dialogorientiertes Serviceverfahren beschleunigt Studienplatzvergabe

Zum Wintersemester 2012/2013 hat die Stiftung für Hochschulzulassung (früher ZVS) daraufhin das sogenannte „Dialogorientierte Serviceverfahren“ eingeführt, welches benutzerfreundlich und transparent die Vergabe der Studienplätze in zulassungsbeschränkten Fächern beschleunigt und vereinfacht. In einer gemeinsam genutzten Datenbank aller teilnehmenden Hochschulen werden Bewerbungen abgeglichen und bei Annahme eines Zulassungsangebots alle anderen laufenden Bewerbungen dieses Bewerbers gecancelt. Ob die ausgewählte Hochschule am Programm der SfH teilnimmt, kann man deren Internetseiten entnehmen. Ist dies der Fall, muss die Bewerbung auf www.hochschulstart.de eingereicht werden.

Vier der mehr als 12.000 angebotenen Studiengänge in Deutschland werden generell zentral über die SfH vergeben: Medizin, Pharmazie, Tiermedizin im Wintersemester und Zahnmedizin.

Ein paar Wochen vor Semesterbeginn hat das Warten dann ein Ende: Ein oder mehrere Zulassungsangebote liegen im Briefkasten. Diese fordern dazu auf, sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu immatrikulieren. Erst dann ist der Studienplatz sicher. Bei zulassungsfreien Studienplätzen kann man sich ohne Bewerbungsverfahren direkt an der Hochschule selbst einschreiben. Die Fristen hierfür entnimmt man wieder dem jeweiligen Internetauftritt.

Zweite Chance mit Wartesemester

Doch nicht jeder Bewerber hat auch das Glück, eine Zusage zu erhalten. Klappt es nicht auf Anhieb, kann man auch einige Semester Wartezeit einschieben, die man beispielsweise mit Praktika oder sinnvollen Nebenjobs überbrückt. Denn ein bestimmter Prozentsatz der vorhandenen Studienplätze wird nach dem Kriterium der Wartezeit vergeben. Hierbei darf man sich jedoch nicht in einen anderen Studiengang einschreiben, denn diese Zeit wird bei der Wartezeit anschließend nicht berücksichtigt.

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